Guter Kaffee ist ein globales Gemeinschaftswerk. Entlang der Lieferkette spielt jeder eine andere Rolle: Importeure überbrücken Kontinente und Röstereien holen das Aroma aus der Bohne. Wir haben zwei internationale Kaffee-Anbieter unter die Lupe genommen und zeigen, wer hinter ihnen steckt, woher sie kommen und was sie anbieten – von der Rösterei in den USA bis zum Direct-Trade-Importeur mit brasilianischen Wurzeln.

Mirra Coffee – die «American Nordic Roastery» aus den USA

Mirra Coffee wurde im Dezember 2022 in den USA mit einem klaren Ziel gegründet: eine kompromisslos im nordischen Stil arbeitende Rösterei auf amerikanischem Boden zu etablieren. Der Leitspruch «Bright. Beautiful. True.» ist Programm.

Wer & woher: Eine junge US-Rösterei, die sich selbst als «The American Nordic Roastery» versteht.

Was sie anbieten: Mirra setzt beim Einkauf auf «hyper-lokale», sortenreine Einzelposten (Single-Producer, Single-Varietal) von herausragender Qualität und mit voller Rückverfolgbarkeit bis zu Varietät und Terroir. Geröstet wird betont hell – «nur bis zur Entwicklung und keinen Moment länger» –, um raffinierte Süße, komplexe Säure und einen teeartig-zarten Körper zu betonen. Fairer Lohn für die Produzenten ist erklärtes Prinzip. Im Sortiment finden sich Einzelherkünfte wie Ecuador (Servio Gonzalez, Varietät Sidra), Kolumbien (Arley Vargas) und Brasilien (Paulo Vicente de Morais) – als Endkundentüten (rund 16–32 US-$), im Abo und über einen Wholesale-Zugang für Cafés.

Royalty Coffees – Grünkaffee-Importeur mit brasilianischen Wurzeln

Royalty Coffees ist ein Importeur von grünem Spezialitätenkaffee, dessen Motto «Building Relationships Through Direct Trade» lautet. Die Reise des Unternehmens begann in Brasilien, verwurzelt in Familienwerten und Leidenschaft für Kaffee.

Wer & woher: Ein Direct-Trade-Importeur mit Ursprung in Brasilien, eigenen Einkaufsteams am Anbauort und operativen Drehkreuzen in London, Amsterdam und Florida. Beliefert werden Röster in Europa/UK und Nordamerika.

Was sie anbieten: Royalty beschafft Kaffees aus Brasilien, Kolumbien, Peru, Mittelamerika und Ostafrika (u. a. Äthiopien und Uganda). Neben SPOT-Angeboten gibt es eine «Container Consolidation» (ab 50 Sack), mit der auch kleinere Röster kostengünstig an Premium-Bohnen kommen. Dazu kommen Lagerung in zertifizierten Warenhäusern in Europa und Nordamerika, flexible Lieferbedingungen (FCA, DAP, FOB) und Finanzierungslösungen für Röster. Bemerkenswert ist die transparente Preisaufteilung: Nach eigenen Angaben fließen 60 % des Umsatzes direkt als faire Vergütung an die Farmer. Rückverfolgbarkeit «from farm to cup», Vorab-Muster, Direct-Trade-Partnerschaften sowie Fairtrade-, Bio- und EUDR-konforme Optionen (inkl. Conilon/Robusta und Espresso-Blends) runden das Angebot ab – begleitet von einem Blog mit Kaffee-Wissen und wöchentlichen Markt-Updates.

Fazit

Die beiden Anbieter zeigen exemplarisch, wie unterschiedlich die Rollen in der Kaffeewelt sind: Royalty Coffees verbindet als Direct-Trade-Importeur Produzenten und Röster über mehrere Kontinente, während Mirra die Bohnen als nordisch inspirierte Rösterei in den USA veredelt. Wer Spezialitätenkaffee schätzt, findet in dieser Kette an jeder Station spannende Partner – von der Kaffeekirsche bis zur fertig gerösteten Tüte.